Im späten 21.Jahrhundert steht es nicht gut um die Ehe von Hans und Adina, die an einem einsamen Strandabschnitt der Nordsee leben. Die größten Teile Deutschlands wie ganz Europas wurden von Wasser und Nahrungssuchenden Afrikanern in langen Kriegen verwüstet. Die einzige Einnahmequelle für Hans war das durch den durch den steigenden Meeresspiegel versunkene Sylt, in das er hinabtauchte, um die goldenen Schmuckstücke der reichen Bewohner zu bergen, die er in den wenigen Zeltstädten in der Umgebung, in denen die Menschen wie im Mittelalter hausten, verkaufen konnte. Hans versuchte alles, um der leidenschaftslosen Adina wieder etwas leben einzuhauchen, aber keine seiner Taktiken wollte früchte tragen. Ihre einzige Befriedigung war, zu nie vorhersehbaren Tages- und Nachtzeiten in ein verfallenes Theater in der Nähe zu wandern und dort auswendiggelernte Stücke der Klassiker aufzuführen, was Hans an ihrer Verstandestätigkeit zweifeln ließ.

Als er nach einem sylter Beutezug ein altes Buch und mehrere handgeschriebene Seiten entdeckte, in denen von einer altertümlichen Stadt im Südpolargebiet die Rede war, sah er die Gelegenheit gekommen, um sich von Adina und seinem bisherigen Leben abzusetzen. Von einem fliegenden Händler hatte er von einem mysteriösen Seefahrer gehört, der in der nächsten Zeit an der Nordseeküste anlegen würde. Ohne Adinas Wissen bestieg er dieses Schiff und machte sich auf eine unwägbare Reise in den Süden.

Zur gleichen Zeit saß John Rupert Amarock in seinem New Yorker Büroturm neben seinem eingefrorenen alten Kumpanen Murtaugh, der sich vor vielen Jahrzehnten dazu entschlossen hatte, sich dieser Prozedur zu unterziehen, um zu einer Zeit wieder "auferweckt" zu werden, in der die alten Zeiten, in denen er und und Amarock mit ihren manipulativen Fernsehreportagen die Zuschauer der ganzen Welt in ihren Bann zogen. Nordamerika war ebenso wie Europa von südamerikanischen Horden, die nach sauberem Wasser suchten, heimgesucht und zerstört worden, und Amarocks ganzes sorgfältig aufgespanntes Korrespondentenetzwerk wurde zerstört.

Auf der anderen Seite der Welt, an der Küste Chinas, wuchs in dieser Verfallszeit ein neuer Feind Amarocks heran: Huo Niao, die mit den Hasspredigten der Reporter Amarocks gegenüber China aufgewachsen war und seither einen brennenden Hass auf den feindlichen "Westler" entwickelt hatte. Sie errichtete mit den Jahren eine Stadt, die einzig dazu da war, neuartige Waffen zu entwicklen, die eines Tages ausgereift genug wären, um den Feind in einem Frontalangriff zu besiegen.

Auf der langen Fahrt zum Südpol begegnete Hans auf dem Luxusliner "Morocco Star" der schillernden Diva Swility; einer geistsprühenden, hochintelligenten Skandinawierin, die ihn emotional an seine Grenzen und teilweise auch darüber hinaus brachte, bis sie schlussendlich die antarktische Halbinsel erreichten und sie sich mit einer für Hans erschreckenden Mühelosigkeit von ihm verabschiedete. Auf der Halbinsel wurde von den von Amarock ausgesandten Forschern tatsächlich eine antike Stadt entdeckt, die Amarock dazu nutzen wollte, seine alte Medienmacht wieder herzustellen. Jahrelang hatte er versucht, mit dramatisch übertriebenen Reportagen, die Aufmerksamkeit der träge gewordenen Bevölkerung wiederzugewinnen, aber kein Thema wollte wirklich zünden. Erst jetzt sah er mit Hilfe der in New York beheimateten Sekte der "Delfine", die glaubte, in einer fernen Vergangenheit wären außerirdische Wesen auf der Erde als Delfine reinkarniert, eine Chance, endlich die Faszination der Menschen wiederzugewinnen. Er ersann eine Theorie, die der Sekte eine Wahrheit zuerkannte, die sich in dieser Stadt manifestierte; nach dem Motto: Wenn der Wahn Wirklichkeit wird, ist Wahn und Wirklichkeit nicht mehr zu unterscheiden. Diese Taktik ging auf. Das Interesse der Menschen an seiner Berichterstattung war neu erweckt, zumal er zusätzlich auch die Chinesen als zerstörerisches Feindbild etablierte.

Am Pol entdeckte Hans durch Zufall eine Landkarte, die bewies, dass die entdeckte Stadt mindestens 12000 Jahre alt war, was die Theorie Amarocks einen weiteren Glaubwürdigkeitschub verleihte und ihn zu einem kultisch verehrten Star werden ließ. Eine Situation, die ihm aber mehr Angst als Befriedigung einbrachte, zumal er sich immer noch nicht am Ziel seiner Reise sah. Er flüchtete mit einem Schiff, das ihn nach San Francisco beförderte. Dort erfuhr er von einem Indianer namens "Weißer Bär", der in einer hochentwickelten Stadt in den Rocky Mountains lebte und der ihm auf seiner Suche weiterhelfen konnte. Vollkommen unzureichend ausgerüstet machte sich Hans auf den Weg durch die Wüste in die Berge und traf den "Bären" in einer neonbeleuchteten Machtzentrale, deren immenser Einfluss auf großen Mengen eingelagerten Wassers und Öls beruhte. Dort erfuhr Hans von einem Ort namens Mohenjo Daro, in dem Menschen leben sollen, die die letztendgültige Wahrheit ihr Eigen nannten. Hans' Reise gestaltete sich von nun an zu einer abenteuerlichen Flucht, da Amarock ihm ein Killerkommando hinterherschickte, das ihn nach New York bringen sollte, um dort die Wahrheit von Amarocks Wahnvorstellungen zu verkünden. Hans entzog sich aber immer wieder der Ergreifung und begegnete auf seiner langen Reise nach Mohenjo Daro Kunsthändlern auf den Azoren, die Milliarden für den Erwerb von Gemälden der klassischen Moderne bezahlten. Er musste einen Piraten spielen auf einem Schiff voller verwöhnter und schnell gelangweilter Milliardäre, bis er in die Fänge chinesischer Gefangenenwärter geriet, die Jerusalem erobert und in ein großes Gefängnis verwandelt hatten. Dem musikbegeisterten Herrscher der Stadt konnte er vomachen, ein gefeierter Dirigent zu sein, was ihm genügend Privilegien einbrachte, die Stadt unbehelligt wieder zu verlassen und nach einem langen Marsch durch die Wüste an einer stillgelegten Ölraffinerie anzukommen, die von europäischen Arbeitern in eine barocke Theaterlandschaft verwandelt wurde. Wieder gelang es ihm, dem grassierenden Wahnsinn zu entkommen, um endlich in Mohenjo Daro, einer buddhistischen Musterstadt, anzukommen, wo er auf Vaudoise Prontev stieß, der Autorin des Buches und der Blätter, die ihn zum Aufbruch bewegt hatten. Aber auch in den dort ausgeübten irrationalen Ritualen fand er nicht das, was er gesucht hatte...

In der Zwischenzeit hatte sich Adina zusammen mit dem fliegenden Händler auf den Weg nach Süden gemacht, da sie nichts mehr in ihrem Haus hielt. Während der langen Reise sah sie Hans immer wieder in den Reportagen Amarocks. Er war ein Gejagter, ein Getriebener. Die anfängliche Wut auf ihn legte sich immer mehr und verwandelte sich in Mitleid. In der Küstenstadt Florenz endschied sie sich, nach New York zu gehen, da sie unbewusst ahnte, dass er dort eines Tages eintreffen würde.

Huo hatte von den neuen Erfolgen Amarocks erfahren und sich entschlossen, den Kampf mit ihrem Feind zu suchen. Ihre Schiffe zerstörten einen Großteil New Yorks und brachten Amarock in größte Schwierigkeiten. Nur die Entdeckung prähistorischer Fluggeräte in der südpolaren Stadt rettete ihm und New York das Leben. In einem finalen Endkampf vernichteten sich Huo und Amarock gegenseitig. Hans und Adina fanden wieder zusammen und gründeten in der antiken Stadt eine neue liberale und globalisierte Zivilisation, die ganz ohne mediale Berichterstattung auskam und den Weg in eine neue Zukunft wies.